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            <title>
									Berufseinsteiger - CodePilot Forum				            </title>
            <link>https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger</link>
            <description>CodePilot Diskussionsforum</description>
            <language>de</language>
            <lastBuildDate>Wed, 15 Apr 2026 08:34:07 +0000</lastBuildDate>
            <generator>wpForo</generator>
            <ttl>60</ttl>
							                    <item>
                        <title>Abschnitt 5 - Was hinter den DRG&#039;s steckt</title>
                        <link>https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/abschnitt-5-was-hinter-den-drgs-steckt</link>
                        <pubDate>Fri, 06 Feb 2026 20:00:12 +0000</pubDate>
                        <description><![CDATA[Jede DRG ist mit mehreren verschiedenen Parametern hinterlegt. Diese dienen nicht allein der Abrechnung, sondern dienen auch zur Klassifikation von Behandlungen und Aufenthalten.
Die Beschr...]]></description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Jede DRG ist mit mehreren verschiedenen Parametern hinterlegt. Diese dienen nicht allein der Abrechnung, sondern dienen auch zur Klassifikation von Behandlungen und Aufenthalten.</p>
<p><strong>Die Beschreibung</strong> – Jeder DRG hat eine eigene Bezeichnung, diese sollte (in den meisten Fällen) den klinischen Aufenthalt widerspiegeln und die darin formulierten Begriffe sollten mit dem kodierten Fall übereinstimmen. Hier muss aber auch hervorgehoben werden, dass manche DRG’s der Beschreibung nach, nicht zum klinischen Bild passen, es gibt also Ausnahmen.</p>
<p><strong>Das Kostengewicht</strong> - auch cost weight (CW), gibt die Kostenpunkte pro Fall wieder. In unserem Beispiel Fall aus «<em>Abschnitt 4 – Die Behandlungen</em>» <span style="text-decoration: underline">H07C</span> entspricht einem Kostengewicht von 0.903 Punkten (Stand 2026). Diese 0.903 Punkte werden mit der sogenannten Baserate multipliziert. Die Baserate ist von Spital zu Spital unterschiedlich und ist abhängig von der Grösse des jeweiligen Spitals sowie seinen Abteilungen. Daher haben grosse Unispitäler eine höhere Baserate als kleine ländliche Spitäler. Nehmen wir an, in unserem Spital, in dem operiert wurde, beträgt die Baserate 10'100 CHF. Daraus resultiert 0.903 x 10'100 =  9'120.30. So entsteht der vorläufige Rechnungsbetrag von <span style="text-decoration: underline">9'120.30 CHF</span>.</p>
<p><strong>Verweildauer</strong> – Jede DRG hat eine <strong>untere Verweildauer</strong>, <strong>mittlere Verweildauer</strong> und eine <strong>obere Verweildauer</strong>. Die untere Verweildauer gibt an, wie viele Tage ein Patient mindestens für den Fall im Spital bleiben sollte. Wird die untere Verweildauer unterschritten, gibt es für jede DRG festgelegte Abschläge pro Tag, welche vom Kostengewicht (CW) abgezogen werden.</p>
<p>Die mittlere Verweildauer spiegelt die statistisch durchschnittliche Verweildauer für jede DRG wider. Im Gesamtdurchschnitt liegt diese (Stand 2025) bei 5,3 Tagen.</p>
<p>Die obere Grenzverweildauer gibt den statistischen Wert an, wie lange maximal ein Klinikaufenthalt für ein Fall vorgesehen ist. Wird dieser überschritten erhält das Spital zwar einen Zuschlag, dieser ist für jede DRG festgelegt und oft nicht kostendeckend.</p>
<p><strong>Die MDC</strong> – ist eine Zahlenkombination, die angibt um welches Organkapitel es sich handelt. Es gibt MDC’s von 01 bis 23. Dazu kommt noch eine Prä-MDC. Diese sind vergleichbar mit den Buchstaben am Anfang jeder DRG (<span style="text-decoration: underline">H</span>07C) zur Zuordnung der Organe. Die MDC spielt eine zentrale Rolle bei den Wiederaufnahmen innerhalb von 18 Tage, dazu mehr im nächsten Abschnitt.</p>
<p><strong>Ausnahme von Wiederaufnahme</strong> – Bei jedem stationären Fall der aus einem Spital entlassen wird und innerhalb von 18 Tagen wieder in dasselbe Spital aufgenommen wird, muss eine Fallzusammenführung geprüft werden. Das bedeutet, dass wenn der erste Fall und der zweite Fall die gleiche MDC (Organzugehörigkeit) haben, die Fälle zusammengeführt (Fallzusammenführung) und als ein Fall geführt werden. Ausschlaggebend dafür ist der <span style="text-decoration: underline">Tag des Austritts des ersten Falls</span> sowie der <span style="text-decoration: underline">Tag des Eintritts des zweiten Falls</span>. Nur unter bestimmten Umständen gibt es eine Ausnahme von dieser Regel. Diese Ausnahme ist die <em>Ausnahme der Wiederaufnahme</em>. Diese ist in bestimmten DRG’s hinterlegt und sorgt dafür, dass die Fälle nicht zu einem Fall zusammengeführt werden. Bei hospitalisationen rund um die Schwangerschaft ist das beispielsweise der Fall.</p>
<p><strong>Partition</strong> – Von diesen gibt es drei Stück, die <strong>operative Partition</strong> – also für Eingriffe. Die <strong>medizinische Partition</strong> - also nicht operative Fälle (z.B. bei einer Pneumonie), sowie die <strong>andere Partition</strong> – für Bestrahlungen oder Endoskopische Interventionen. Auch diese spiegeln sich in der Zahl der DRG (Bsp.: H<em>07</em>C), welche in der jeweiligen DRG angegeben werden, wider.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fassen wir zusammen:</p>
<p><strong>H07C - Cholezystektomie bei akuter Cholezystitis oder peritoneale Adhäsiolyse, Alter &gt; 11 Jahre</strong></p>
<p><strong>H</strong> = Krankheiten und Störungen an hepatobiliärem System und Pankreas = MDC 07</p>
<p><strong>07</strong> = Operative Partition (unter 36)</p>
<p><strong>C</strong> = «Schweregrad» (schwerer als "D", aber nicht so schwer wie "B")</p>
<p><strong>Cholezystektomie bei akuter Cholezystitis oder peritoneale Adhäsiolyse, Alter &gt; 11 Jahre</strong> = Es lag eine <span style="text-decoration: underline">akute Cholezystitis</span> vor, sie wurde <span style="text-decoration: underline">operativ entfernt</span> und unser Patient ist <span style="text-decoration: underline">älter 11 Jahre</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 8pt">Quelle:</span></p>
<p><span style="font-size: 8pt">SwissDRG AG</span></p>]]></content:encoded>
						                            <category domain="https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger">Berufseinsteiger</category>                        <dc:creator>Marcel Wörz</dc:creator>
                        <guid isPermaLink="true">https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/abschnitt-5-was-hinter-den-drgs-steckt</guid>
                    </item>
				                    <item>
                        <title>Abschnitt 4 - Die Behandlung</title>
                        <link>https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/abschnitt-4-die-behandlung</link>
                        <pubDate>Wed, 04 Feb 2026 19:45:26 +0000</pubDate>
                        <description><![CDATA[Bauen wir unser Beispiel der K81.0 weiter aus. Es kommt während des stationären Aufenthalts zu einer operativen Entfernung der Gallenblase.
Der Op-Bericht, entspricht einer standardisierten...]]></description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Bauen wir unser Beispiel der K81.0 weiter aus. Es kommt während des stationären Aufenthalts zu einer operativen Entfernung der Gallenblase.</p>
<p>Der Op-Bericht, entspricht einer standardisierten laparoskopischen Cholezystektomie ohne weitere Vorkommnisse.</p>
<p>Für die Abbildung der Prozeduren gibt es in der Schweiz den CHOP-Katalog. Hier sind alle Behandlungen und Interventionen als Kodes aufgelistet.</p>
<p>Diese Kodekombinationen sind umfangreicher als die ICD-10 Diagnose Kodes. Erschwerend kommt hinzu, dass es seit dem Jahr 2026 kein alphabetisches Verzeichnis mehr für den CHOP-Katalog gibt. Kodiererinnen sehen sich also mit der Aufgabe konfrontiert, sich in dem Katalog mit seinen über 450 Seiten alleine zurecht zu finden.</p>
<p>Zum Glück hat Codepilot dafür eine eigenständige digitale Lösung entwickelt. Hier geht’s zu <a href="https://codepilot.ch/codeflow-chop-2026" target="_blank" rel="noopener">CodeFlow</a>, einem System, dass die verschiedenen Bezeichnungen bündelt und eine verbesserte Übersicht schafft.</p>
<p>Der Standard Weg führt im CHOP-Katalog über die <span style="text-decoration: underline">Kapitel</span> zu den <span style="text-decoration: underline">Überschriften</span> und den <span style="text-decoration: underline">Unterüberschriften</span>, bis hin zum richtigen Kode. Aber der Reihe nach.</p>
<p><a href="https://codepilot.ch/wp-content/uploads/2025/10/CHOP-2026.pdf" target="_blank" rel="noopener">Hier</a> gibt es den CHOP-Katalog (Version 2026) im PDF-Format. Im Katalog sind die Kodes ebenfalls in Organsegmente unterteil, hier ein Beispiel:</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">Massnahmen und Interventionen  nicht anderswo klassifizierbar (00) </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">Operationen am Nervensystem (01–05) </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">Operationen am endokrinen System (06–07) </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">Operationen an den Augen (08–16) </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">Operationen an den Ohren (18–20) </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">Operationen an Nase, Mund und Pharynx (21–29) </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">Operationen am respiratorischen System (30–34) </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">Operationen am kardiovaskulären System (35–39)</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">Operationen am hämatopoetischen  und lymphatischen System (40–41) </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">Operationen am Verdauungstrakt (42–54)</span></strong></p>
<p>Usw.</p>
<p>Für unsere laparoskopische Cholezystektomie benötigen wir die Kodes aus dem Kapitel <strong>Verdauungstrakt 42-54</strong>.</p>
<p>Die einzelnen Kapitel der Kodegruppen <strong>43-54</strong> hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, daher Verweise ich gleich darauf, dass Operationen an der Gallenblase und am Gallengang unter 51.- kategorisiert sind. Danach beginnen folgende Unterkategorien:</p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>51.0      Cholezystotomie und Cholezystostomie</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>51.1      Diagnostische Massnahmen an den Gallenwegen</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>51.2      Cholezystektomie</strong></span></p>
<p>Usw. jede Unterkategorie ist mit einer zusammenfassenden Überschrift versehen.</p>
<p>Wir wählen die <strong><span style="text-decoration: underline">51.2 Cholezystektomie</span></strong> aus, da die Gallenblase entfernt wird.</p>
<p>Nun wird es etwas anspruchsvoll, unter der Kategorie <strong>51.2-</strong> gibt es die Kodes <strong>51.21</strong>, <strong>51.22.-</strong>, <strong>51.23</strong> und <strong>51.24</strong>. Im CHOP-Katalog kann ein endständiger Kode (<em>CHOP-Kodes die in den Grouper eingegeben werden</em>) 3-,4- oder 6-stellig sein.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">51.21 - Sonstige partielle Cholezystektomie</span></strong> (Endständig)</p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>51.22.- - Cholezystekomie</strong> </span>(nicht endständig) dadurch das es bei der offenen Cholezystektomie verschiedene Eingriffsmöglichkeiten gibt, ist diese Kode Gruppe weiter aufgegliedert. In <strong>51.22.00</strong>, <strong>51.22.10</strong>, <strong>51.22.11</strong>, <strong>51.22.12</strong> und <strong>51.22.99</strong>.</p>
<p>Wobei Kodes mit der Endung <strong>.00</strong> meistens für «<span style="text-decoration: underline">nicht näher bezeichnet</span>» steht und so gut wie nie für eine detaillierte Kodierung qualifizieren.</p>
<p>Kodes der Endung <strong>.99</strong> oder <strong>.19</strong> sind meistens «<span style="text-decoration: underline">sonstige</span>» und kommen zur Anwendung wenn die übrigen Kodes dieser Kategorie nicht passen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">51.23 - Laparoskopische Cholezystektomie</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">51.24 - Partielle laparoskopische Cholezystektomie</span></strong></p>
<p>Nach studieren der verschiedenen Möglichkeiten entscheiden wir uns für den Kode <strong><span style="text-decoration: underline">51.23 - Laparoskopische Cholezystektomie</span></strong>, da dieser die  Operation genau beschreibt.</p>
<p>Aber Achtung, im CHOP gibt es, genau so wie im ICD-10 Verzeichnis, wichtige Hinweise.</p>
<p><span style="font-size: 12pt"><strong>Die Hinweise:</strong></span></p>
<ul>
<li>Der wichtigste Hinweis bezieht sich auf das «<span style="text-decoration: underline">und</span>» in manchen Kode-Beschreibungen. Dieses «<span style="text-decoration: underline">und</span>» bedeutet immer «<span style="text-decoration: underline">und</span>» / «<span style="text-decoration: underline">oder</span>». Bei Exzisionen <span style="text-decoration: underline">und</span> Destruktionen kommt dies besonders zur Geltung, da durch das und / oder Prinzip hier der Sinn des Kodes eine neue Bedeutung bekommt. Soll heissen, dass nur eine der zwei Massnahmen, oder eben beide (Exzision oder Destruktion) bei der Behandlung durchgeführt wurden.</li>
<li>Dem gegenüber steht das «<span style="text-decoration: underline">sowie</span>», in dieser Konstellation müssen immer beide Eigenschaften des Kodes erfüllt werden und beim Eingriff zum Einsatz gekommen sein.</li>
<li>EXKL. - Dies steht, wie auch im ICD-10 für Exklusive und weisst die Kodierverantwortlichen darauf hin, dass bestimmte Kodes unter anderen Kategorien zu finden sind. Ein EXKL schliesst nicht aus, dass beide Kodes gleichzeitig kodiert werden können. Dies ist der Fall bei einem «EXKL. – Kode weglassen»</li>
<li>INKL. - Steht im CHOP-Katalog für den Einbezug bestimmter Interventionen die mit diesem Kode abgebildet werden können.</li>
<li>Beachte – Enthält wichtige Hinweise zum Kode.</li>
<li>Kod. eb. – Das Kodiere ebenso verweist auf andere Kodes, die, wenn sie in der Intervention durchgeführt wurden, ebenfalls kodiert werden müssen.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Öffne nun wieder den Online Grouper, und füge unter «<em>Diagnosen und Prozeduren</em>» rechts die <strong>51.23</strong> ein. Das nächste Feld rechts davon ist die lateralität, also die Seitigkeit, die bei diesem Eingriff keine Rolle spielt und daher leer bleibt.</p>
<p>Im CHOP-Katalog verweist ein <strong></strong> am Ende des Kodes darauf, dass hier eine Seitigkeit angegeben werden muss.</p>
<p>Gib nun ganz rechts ein Datum der Behandlung ein, achte darauf, dass die Behandlung in dem Zeitraum der Aufnahme und Entlassung liegt. Drücke auf Gruppieren und der Grouper weisst die Fallpauschale <strong>H07C</strong> zu.</p>
<p>Jetzt wissen wir, dass mit der «<span style="text-decoration: underline">07</span>» eine operative DRG zugeteilt wurde da die Zahl unter 36 liegt.</p>
<p>Nehmen wir jetzt an, die laparoskopische Operation muss zu einer offenen konvertieren. In der Kodierung wird dann die komplette Operation als offen kodiert. Der laparoskopische Teil entfällt.</p>
<p>Lösche nun im Grouper die <strong>51.23</strong> und ersetze sie durch die <strong>55.22.10 - Cholezystektomie ohne operative Revision der Gallengänge</strong> für eine offene Cholezystektomie.</p>
<p>Gruppiere den Fall erneut und du wirst sehen, dass der Grouper nun die DRG <strong>H07B</strong> zuteilt. <strong>H07B</strong> ist im Vergleich zu <strong>H07C</strong> höher bewertet, da der Eingriff komplexer ist und, zumindest statistisch gesehen zu einer anderen Fallschwere führt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weiter geht es mit Abschnitt 5 - Was hinter der DRG steht</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 8pt">Quelle:</span></p>
<p><span style="font-size: 8pt">SwissDRG AG</span></p>
<p><span style="font-size: 8pt">Bundesamt für Statistik</span></p>
<p><span style="font-size: 8pt">CodePilot</span></p>]]></content:encoded>
						                            <category domain="https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger">Berufseinsteiger</category>                        <dc:creator>Marcel Wörz</dc:creator>
                        <guid isPermaLink="true">https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/abschnitt-4-die-behandlung</guid>
                    </item>
				                    <item>
                        <title>Abschnitt 3 - Die DRG&#039;s</title>
                        <link>https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/abschnitt-3-die-drgs</link>
                        <pubDate>Wed, 04 Feb 2026 19:16:08 +0000</pubDate>
                        <description><![CDATA[DRG&#039;s bestehen ebenfalls aus einer Kombination aus Buchstaben und Zahlen. Die meisten davon beginnen auch wieder mit einem Buchstaben, welcher für eine Organzugehörigkeit steht (Allerdings g...]]></description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>DRG's bestehen ebenfalls aus einer Kombination aus Buchstaben und Zahlen. Die meisten davon beginnen auch wieder mit einem Buchstaben, welcher für eine Organzugehörigkeit steht (<em>Allerdings gibt es auch hier wieder Ausnahmen</em>).</p>
<p>Bei der <strong>H64C</strong> steht das <strong>H</strong> für «<span style="text-decoration: underline">Krankheiten und Störungen am hepatobiliärem System und Pankreas</span>»</p>
<p>Dies ist für Kodiererinnen der erste entscheidende Hinweis, ob ihre DRG die Richtige ist.</p>
<p>Bei den darauffolgenden Zahlen gibt es eine wichtige Unterscheidung. Alle Zahlen vom <span style="text-decoration: underline">01-36</span> stehen für DRG’s mit Eingriffen, also Operationen oder sonstige invasive Interventionen. Die DRG’s von<span style="text-decoration: underline">37-99</span> stehen für Aufenthalte ohne Operationen oder invasive Interventionen. Für Kodiererinnen ist dies  der zweite wichtige Punkt beim finden der korrekten DRG.</p>
<p>Der letzte Buchstabe bezeichnet den "Schweregrad" des Aufenthalts. So steht das «<strong>Z</strong>» für den mildeste Schweregrad und das «<strong>A</strong>» für den höchsten.</p>
<p>Je näher die die vierte Stelle der DRG an das «<strong>A</strong>» heranrückt, um so "schwerer" ist der Krankheitsverlauf, die Krankheitsbelastung oder der Eingriff der Patientinnen und Patienten.</p>
<p>Da das DRG System ein dynamisches System ist, passt die SwissDRG AG jährlich einzelne DRG’s an, streicht sie, erfasst neue oder legt mehrere zusammen.</p>
<p>Alle DRG's findest du im <a href="https://www.swissdrg.org/application/files/4617/5136/2143/SwissDRG_Version_15.0_Fallpauschalenkatalog_Planungsversion_2024_2026.pdf" target="_blank" rel="noopener">Fallpauschalenkatalog</a> von SwissDRG</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weiter geht es mit Abschnitt 3 - Die Behandlung</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 8pt">Quellen:</span></p>
<p><span style="font-size: 8pt">SwissDRG AG</span></p>]]></content:encoded>
						                            <category domain="https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger">Berufseinsteiger</category>                        <dc:creator>Marcel Wörz</dc:creator>
                        <guid isPermaLink="true">https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/abschnitt-3-die-drgs</guid>
                    </item>
				                    <item>
                        <title>Abschnitt 2 - Eingabe in den Grouper</title>
                        <link>https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/abschnitt-2-eingabe-in-den-grouper</link>
                        <pubDate>Wed, 04 Feb 2026 19:06:08 +0000</pubDate>
                        <description><![CDATA[Öffne jetzt den Grouper, den du vorher in deinem Browser geöffnet hast.
Du musst nur die folgenden Parameter ändern:

Setzte im linken oberen Abschnitt ein beliebiges Aufnahme- und Entlas...]]></description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Öffne jetzt den Grouper, den du vorher in deinem Browser geöffnet hast.</p>
<p><span style="text-decoration: underline">Du musst nur die folgenden Parameter ändern:</span></p>
<ol>
<li>Setzte im linken oberen Abschnitt ein beliebiges Aufnahme- und Entlassdatum, am besten aus der Vergangenheit und wähle den Abstand der Daten auf 3 bis 5 Tage.</li>
<li>Aufnahmeart = Normal</li>
<li>Entlassungsart = Normal</li>
<li>Auf der rechten Seite kannst du Geschlecht, Geburtstag und Alter beliebig wählen, am besten deine Person ist über 18 Jahre alt.</li>
</ol>
<p>Gib im mittleren Feld unter «<em>Diagnosen und Prozeduren»</em> links unter Hauptdiagnose die <strong>K81.0</strong> ein und Klick auf die vorgeschlagene Bezeichnung.</p>
<p>Nebendiagnose und Prozeduren bleiben vorerst leer.</p>
<p>Klicke unten rechts auf «<em>Gruppieren</em>» und der Grouper liefert dir die passende DRG.</p>
<p>Jetzt müsste dort die DRG «<strong><span style="color: #0000ff">H64C - Erkrankungen von Gallenblase und Gallenwegen, Alter &gt; 15 Jahre</span></strong>» stehen (<em>nach dem Jahr 2026 können die Angaben variieren</em>).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 8pt">Quelle:</span></p>
<p><span style="font-size: 8pt">SwissDRG AG</span></p>]]></content:encoded>
						                            <category domain="https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger">Berufseinsteiger</category>                        <dc:creator>Marcel Wörz</dc:creator>
                        <guid isPermaLink="true">https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/abschnitt-2-eingabe-in-den-grouper</guid>
                    </item>
				                    <item>
                        <title>Abschnitt 1 - Die Kode Suche</title>
                        <link>https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/abschnitt-1-die-kode-suche</link>
                        <pubDate>Wed, 04 Feb 2026 19:00:04 +0000</pubDate>
                        <description><![CDATA[Beginnen wir ganz am Anfang, quasi mit dem kleinen 1x1 der medizinischen Kodierung.
Die stationäre Abrechnung im Gesundheitswesen wird nicht (mehr) nach Liegedauer, sondern nach Leistung be...]]></description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Beginnen wir ganz am Anfang, quasi mit dem kleinen 1x1 der medizinischen Kodierung.</p>
<p>Die stationäre Abrechnung im Gesundheitswesen wird nicht (mehr) nach Liegedauer, sondern nach Leistung berechnet. Dafür stehen die Fallpauschalen (DRG’s) zur Verfügung. Derzeit sind im SwissDRG-System mehr als 1000 solcher DRG’s verfügbar. Es liegt nun an dem medizinischen Kodiererinnen die passende Fallpauschale zum Behandlungsfall, also dem stationären Aufenthalt zu finden.</p>
<p>Die eigentliche Eingruppierung übernimmt der sogenannte Grouper. Eine Software, die anhand der von SwissDRG AG festgelegten Kriterien, Diagnosen und Behandlungen liest und anschliessend einer Fallpauschale zuordnet.</p>
<p>Einen solchen Grouper finden wir frei zugänglich <a href="https://grouper.swissdrg.org/swissdrg/single" target="_blank" rel="noopener">hier</a> öffne den Grouper im Browser. Zur Anwendung des Groupers kommen wir später.</p>
<p>Jeder stationäre Behandlungsfall besteht mindestens aus einem Diagnose Kode (ICD-10). In den meisten Fällen kommen noch andere ICD-10 Kodes als Nebendiagnosen dazu. Jetzt konzentrieren wir uns erst einmal auf die Hauptdiagnose. Diese wird in der Schweiz so definiert:</p>
<p>«<em>Derjenige Zustand, der am Ende des Spitalaufenthaltes als Diagnose feststeht und der der Hauptanlass für die Behandlung und Untersuchung der Patientin, bzw. des Patienten war</em>»</p>
<p>Und bei mehreren möglichen Hauptdiagnosen:</p>
<p>«<em>Derjenige Zustand, der am Ende des Spitalaufenthaltes als Diagnose feststeht und der der Hauptanlass für die Behandlung und Untersuchung der Patientin, bzw. des Patienten war</em>».</p>
<p>Es kann also nur eine Hauptdiagnose geben, diese muss von den Kodiererinnen anhand der oben genannten Kriterien definiert werden.</p>
<p>ICD-10 Diagnose Kodes beginnen immer mit einem Buchstaben (G, K, S, usw.) dabei steht der Buchstabe für die Kategorie des Kodes</p>
<p style="text-align: left"><strong><span style="font-size: 12pt">Kategorien:</span></strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>A00-B99            Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>C00-D48            Neubildungen</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>D50-D90            Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe sowie bestimmte Störungen mit Beteiligung des Immunsystems</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>E00-E90             Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten</strong></span></p>
<p>Hier nur eine verkürzte Fassung um das System zu verdeutlichen, die gesamte Übersicht findest du <a href="https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2024/index.htm" target="_blank" rel="noopener">hier.</a> Nach dem Buchstaben folgt immer eine zweistellige Zahlenkombination 01-99.</p>
<p>Die Zahlenkombinationen stehen für die Unterkategorien in den einzelnen Bereichen.</p>
<p><span style="font-size: 12pt"><strong>Beispiel</strong></span></p>
<p><span style="color: #ff6600"><strong>Hauptkategorie:</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>E00-E90             Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten</strong></span></p>
<p><strong><span style="color: #ff9900">Unterkategorien zwischen E00 bis E90:</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">E00-E07             Krankheiten der Schilddrüse</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">E10-E14             Diabetes mellitus</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">E15-E16             Sonstige Störungen der Blutglukose-Regulation und der inneren Sekretion des Pankreas</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">E20-E35             Krankheiten sonstiger endokriner Drüsen</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline">E40-E46             Mangelernährung</span></strong></p>
<p>Nach der oben genannten dreistelligen Kombination (<em>Buchstabe + zwei Zahlen</em>) folgt immer ein Punkt.</p>
<p>Nach dem Punkt wird die Diagnose spezifiziert, also gibt diese Zahl, die aus einer oder auch aus zwei Ziffern bestehen kann, den Schweregrad einer Krankheit an, oder ob die Krankheit akut oder chronisch ist.</p>
<p><strong><span style="font-size: 12pt">Hier am Beispiel der Schilddrüsen Unterfunktion (<em>Hypothyreose</em>):</span></strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>E03.0    Angeborene Hypothyreose mit diffuser Struma</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>E03.1    Angeborene Hypothyreose ohne Struma</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>E03.2    Hypothyreose durch Arzneimittel oder andere exogene Substanzen</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>E03.3    Postinfektiöse Hypothyreose</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>E03.4    Atrophie der Schilddrüse (erworben)</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>E03.5    Myxödemkoma</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>E03.8    Sonstige näher bezeichnete Hypothyreose</strong></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>E03.9    Hypothyreose, nicht näher bezeichnet</strong></span></p>
<p>Hierbei ist zu beachten, dass die Ziffern <strong>.8</strong> &amp; <strong>.9</strong> am Ende, immer eine bestimmte Bedeutung haben. So steht die <strong>.8</strong> meistens für «<span style="text-decoration: underline">Sonstige näher bezeichnete Krankheitsbilder</span>» kann also verwendet werden wenn die Ziffern <strong>.0</strong> bis <strong>.7</strong> nicht auf das beschriebene Krankheitsbild zutreffen.</p>
<p>Die <strong>.9</strong> hingegen, steht meistens für ein «<span style="text-decoration: underline">nicht näher bezeichnetes Krankheitsbild</span>». Dies wäre zu verwenden, wenn in der Diagnoseliste der Patientin Beispielsweise nur «Hypothyreose» steht. Da keine genaueren Angaben zur Krankheit gemacht werden, würde man hier den <strong>E03.9</strong> Kode verwenden.</p>
<p>Für die Kodierung im Jahr 2025 &amp; 2026 kommt in der Schweiz die Version von 2024 zum Einsatz. Solltest du diesen Eintrag später lesen, achte auf die aktuellen Versionen, auf unserer Website <a href="https://codepilot.ch/icd10-verzeichnis" target="_blank" rel="noopener">codepilot.ch/ICD10-verzeichnis</a> findest du immer die aktuellen Versionen zum Jahr.</p>
<p>Zum korrekten Auffinden der Kodes wird in der Kodierung wie folgt vorgegangen. Zuerst wird im Alphabetischen ICD-10 Verzeichnis die Diagnose gesucht. Das Verzeichnis findest du als PDF <a href="https://codepilot.ch/wp-content/uploads/2026/02/ICD-10-GM-Alphabetisches-Verzeichnis-2024.pdf#page=10" target="_blank" rel="noopener">hier</a>, alphabetisch sortiert. Dabei ist zu beachten, dass viele Diagnosen aus zwei oder mehr Komponenten bestehen. Zum Beispiel die akute Cholezystitis – hier wird nicht zuerst nach «<em>akut</em>» gesucht, sondern nach «<span style="text-decoration: underline">Cholezystitis</span>». Die Cholezystitis wird hier nun mit <strong>K81.9</strong> (also unspezifisch angegeben). Darunter werden die einzelnen Zustände und Stadien angegeben. Hier verweist uns das Verzeichnis jetzt bei «<em>akut</em>» auf <strong>K81.0</strong>.</p>
<p>Nun geht es weiter mit dem zweiten Nachschlagewerk, dem Systematische Verzeichnis der ICD-10. Hier sind alle Kodes, alphabetisch sortiert. Eine PDF-Version findest du <a href="https://codepilot.ch/wp-content/uploads/2026/02/ICD-10-GM-Systematisches-Verzeichnis-2024.pdf#page=3" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.</p>
<p>Du schlägst also das Kapitel «<strong>K</strong>» auf und blätterst/scrollst weiter bis zu <strong>K81.-</strong>. Nun findest du unter <strong>K81.0</strong> die genaue Definition des Kodes sowie weitere Hinweise.</p>
<p>Gehen wir die Hinweise der Reihe nach durch.</p>
<p>Direkt unter der Überschrift K81.- finden wir ein «EXKL.:», dieses Exklusivum weist darauf hin, dass eine Cholezystitis mit einem Stein also mit Cholelithiasis nicht mit K81.- kodiert werden sollte, sondern mit K80.-. Trifft der Vorschlag zu, so sind Kodes aus der Kode-Gruppe K80.- zu verwenden.</p>
<p><span style="text-decoration: underline"><span style="color: #ff0000;text-decoration: underline">Achtung:</span></span> Das EXKL schliesst nicht generell aus, dass beide Kodes gleichzeitig verwendet werden dürfen, dies kann, unter bestimmten umständen durchaus der Fall sein!</p>
<p>Dem gegenüber steht das «INKL.:» also Inklusive. Dies bedeutet, dass bestimmte Manifestationen einer Krankheit mit dem Kode mit gemeint sind.</p>
<p>Unter dem Kode «<strong>K81.0 - Akute Cholezystitis</strong>» stehen untereinander weitere Aufzählungen an Krankheitsbildern die für diesen Kode ebenfalls in Frage kommen. Dabei ist die Aufzählung jedoch nicht abschliessend. Auch andere gewählte Bezeichnungen für dieses Krankheitsbild können für den Kode <strong>K81.0</strong> stehen.</p>
<p>Wichtig zu wissen, es dürfen nur diejenigen Diagnosen kodiert werden, die eine Ärztin oder ein Arzt stellt und die einen Aufwand &gt;0 gemacht haben. Dabei spielt es keine Rolle ob während eines Aufenthalts von drei Wochen eine Tablette gegen Bluthochdruck nur ein einziges Mal gegeben wurde. Der Aufwand ist hier grösser 0, daher wird die Hypertonie als Nebendiagnose kodiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weiter geht es mit Abschnitt 2 - Eingabe in den Grouper</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="text-decoration: underline"><span style="font-size: 8pt">Quellen:</span></span></p>
<p><span style="font-size: 8pt">SwissDRG AG</span></p>
<p><span style="font-size: 8pt">Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte</span></p>
<p><span style="font-size: 8pt">CodePilot</span></p>]]></content:encoded>
						                            <category domain="https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger">Berufseinsteiger</category>                        <dc:creator>Marcel Wörz</dc:creator>
                        <guid isPermaLink="true">https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/abschnitt-1-die-kode-suche</guid>
                    </item>
				                    <item>
                        <title>Einführung des DRG-Systems in der Schweiz 2012</title>
                        <link>https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger/einfuehrung-des-drg-systems-in-der-schweiz-2012</link>
                        <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 11:17:19 +0000</pubDate>
                        <description><![CDATA[Die Einführung des DRG Systems in der Schweiz stellt einen der bedeutendsten Strukturumbrüche im modernen schweizerischen Gesundheitswesen dar. Sie markiert den Übergang von einer historisch...]]></description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p data-start="0" data-end="664">Die Einführung des DRG Systems in der Schweiz stellt einen der bedeutendsten Strukturumbrüche im modernen schweizerischen Gesundheitswesen dar. Sie markiert den Übergang von einer historisch gewachsenen Versorgungslogik hin zu einer betriebswirtschaftlich geprägten Leistungslogik. Während das Gesundheitswesen zuvor primär durch kantonale Finanzierungsmodelle und eine eher fürsorgerische Grundhaltung gesteuert wurde, etablierte sich mit SwissDRG ein System, das Effizienz, Transparenz und Vergleichbarkeit in den Mittelpunkt stellte. Dieser Wandel ist nicht lediglich technischer Natur, sondern Ausdruck einer umfassenden Ökonomisierung des stationären Sektors.</p>
<p data-start="666" data-end="1408">Vor der Einführung von SwissDRG im Jahr 2012 war die stationäre Spitalfinanzierung stark aufgesplittet. Kantone und Spitäler operierten mit Tagespauschalen oder individuell verhandelten Fallpauschalen. Die Vergütung orientierte sich vielfach an der Aufenthaltsdauer eines Patienten und weniger an der tatsächlichen medizinischen Leistung oder der Komplexität der Behandlung. Diese Struktur führte zu einer relativ stabilen, aber intransparenten Finanzierungslandschaft. Wirtschaftlicher Druck war vorhanden, jedoch nicht entscheidend. Ein längerer Spitalaufenthalt bedeutete nicht zwangsläufig finanzielle Nachteile. In der Praxis entstand dadurch ein Umfeld, in dem Effizienzsteigerungen zwar möglich, jedoch nicht zwingend notwendig waren.</p>
<p data-start="1410" data-end="2025">Mit der Einführung von SwissDRG erfolgte ein strategischer Paradigmenwechsel. Die Vergütung wurde von einer zeitbasierten auf eine leistungsbasierte Logik umgestellt. Jeder stationäre Fall wird seitdem anhand standardisierter Kriterien wie Diagnosen, Prozeduren, Alter und Nebendiagnosen einer Fallgruppe zugeordnet. Jede dieser Gruppen besitzt ein definiertes Kostengewicht, das mit einer sogenannten Baserate multipliziert wird. Das Resultat ist eine klar kalkulierbare Fallpauschale. Diese Mechanik transformierte das Spitalwesen in ein datengetriebenes System mit betriebswirtschaftlicher Steuerungsarchitektur.</p>
<p data-start="2027" data-end="2624">Der Unterschied zwischen den beiden Systemen ist fundamental. Während das alte Modell primär Versorgungssicherheit und kantonale Autonomie priorisierte, setzt SwissDRG auf nationale Vergleichbarkeit, Leistungsbenchmarking und Wettbewerbsdynamik. Transparenz wurde zu einem zentralen Steuerungsinstrument. Spitäler wurden faktisch zu wirtschaftlichen Einheiten mit klar messbaren Kennzahlen. Medizinische Leistungen erhielten einen direkten finanziellen Wert. Damit entstand eine neue Realität, in der Dokumentationsqualität, Kodiergenauigkeit und Prozessoptimierung strategische Relevanz gewannen.</p>
<p data-start="2626" data-end="3308">Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens manifestierte sich insbesondere in der Verkürzung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer und in der Intensivierung des Wettbewerbs zwischen Spitälern. Effizienz wurde nicht länger als Option betrachtet, sondern als betriebliche Notwendigkeit. Investitionsentscheidungen, Spezialisierungen und Leistungsangebote wurden zunehmend unter Rentabilitätsgesichtspunkten bewertet. Gleichzeitig verlagerte sich ein Teil der Versorgung in den ambulanten Bereich, da stationäre Aufenthalte ökonomisch restriktiver wurden. Das System erzeugte somit eine Dynamik, die Innovation und Rationalisierung förderte, jedoch auch neue Spannungsfelder eröffnete.</p>
<p data-start="3310" data-end="3975">Kritisch betrachtet führte die Einführung von SwissDRG zu einer Doppelwirkung. Einerseits entstand ein hohes Mass an Transparenz und Vergleichbarkeit, das politische Steuerung und strategisches Management erheblich erleichterte. Andererseits wuchs die Sorge vor einer Überökonomisierung medizinischer Entscheidungen. Die Gefahr selektiver Patientenannahme, die Zunahme administrativer Belastung und die potenzielle Verschiebung ärztlicher Prioritäten hin zu finanziellen Kennzahlen wurden zu wiederkehrenden Diskussionspunkten. Der medizinische Versorgungsauftrag und die betriebswirtschaftliche Rationalität traten in ein Spannungsverhältnis, das bis heute besteht.</p>
<p data-start="3977" data-end="4935">In der Gesamtbetrachtung ist SwissDRG kein isoliertes Abrechnungssystem, sondern ein Instrument systemischer Steuerung. Es veränderte nicht nur Finanzierungsmechanismen, sondern auch Denkweisen, Organisationsstrukturen und Entscheidungsprozesse innerhalb der Spitäler. Das zuvor bestehende System bot Stabilität und geringeren Effizienzdruck, jedoch auf Kosten von Transparenz und Vergleichbarkeit. SwissDRG brachte eine Professionalisierung der Steuerungsinstrumente und eine klare wirtschaftliche Ausrichtung, jedoch auch neue ethische und organisatorische Herausforderungen. Die Einführung des DRG Systems kann daher als Übergang von einem versorgungsorientierten Gesundheitsmodell zu einem leistungs und kostenorientierten Steuerungsmodell verstanden werden. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht im System selbst, sondern in der Fähigkeit, wirtschaftliche Effizienz mit medizinischer Qualität und sozialem Versorgungsauftrag in Einklang zu halten.</p>
<p data-start="3977" data-end="4935"> </p>
<p data-start="3977" data-end="4935"><span style="font-size: 8pt">Quellen:</span></p>
<p data-start="3977" data-end="4935"><em><span style="font-size: 8pt">Bundesamt für Gesundheit BAG. Einführung der neuen Spitalfinanzierung und SwissDRG. Bern.</span></em><br /><em><span style="font-size: 8pt">SwissDRG AG. Grundlagen und Systemdokumentationen zu SwissDRG Versionen ab 2012.</span></em><br /><em><span style="font-size: 8pt">H+ Die Spitäler der Schweiz. Positionspapiere zur Spitalfinanzierung und DRG Einführung.</span></em><br /><em><span style="font-size: 8pt">OECD. Health Policy Studies Switzerland Reviews of Health Systems.</span></em><br /><em><span style="font-size: 8pt">Busato A, von Below G. The implementation of DRG based hospital reimbursement in Switzerland. Health Policy Journal.</span></em><br /><em><span style="font-size: 8pt">Felder S, Meier M. Wettbewerb und Regulierung im Schweizer Gesundheitswesen. Universität Basel.</span></em><br /><em><span style="font-size: 8pt">Bundesgesetz über die Krankenversicherung KVG, Revision Spitalfinanzierung 2007, Inkrafttreten 2012.</span></em><em><span style="font-size: 8pt">Mit Hilfe von LLM</span></em></p>
<p data-start="3977" data-end="4935"> </p>]]></content:encoded>
						                            <category domain="https://codepilot.ch/community/berufseinsteiger">Berufseinsteiger</category>                        <dc:creator>Marcel Wörz</dc:creator>
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