Forum
Startseite » Forum
Abschnitt 1 - Die Kode Suche
Beginnen wir ganz am Anfang, quasi mit dem kleinen 1x1 der medizinischen Kodierung.
Die stationäre Abrechnung im Gesundheitswesen wird nicht (mehr) nach Liegedauer, sondern nach Leistung berechnet. Dafür stehen die Fallpauschalen (DRG’s) zur Verfügung. Derzeit sind im SwissDRG-System mehr als 1000 solcher DRG’s verfügbar. Es liegt nun an dem medizinischen Kodiererinnen die passende Fallpauschale zum Behandlungsfall, also dem stationären Aufenthalt zu finden.
Die eigentliche Eingruppierung übernimmt der sogenannte Grouper. Eine Software, die anhand der von SwissDRG AG festgelegten Kriterien, Diagnosen und Behandlungen liest und anschliessend einer Fallpauschale zuordnet.
Einen solchen Grouper finden wir frei zugänglich hier öffne den Grouper im Browser. Zur Anwendung des Groupers kommen wir später.
Jeder stationäre Behandlungsfall besteht mindestens aus einem Diagnose Kode (ICD-10). In den meisten Fällen kommen noch andere ICD-10 Kodes als Nebendiagnosen dazu. Jetzt konzentrieren wir uns erst einmal auf die Hauptdiagnose. Diese wird in der Schweiz so definiert:
«Derjenige Zustand, der am Ende des Spitalaufenthaltes als Diagnose feststeht und der der Hauptanlass für die Behandlung und Untersuchung der Patientin, bzw. des Patienten war»
Und bei mehreren möglichen Hauptdiagnosen:
«Derjenige Zustand, der am Ende des Spitalaufenthaltes als Diagnose feststeht und der der Hauptanlass für die Behandlung und Untersuchung der Patientin, bzw. des Patienten war».
Es kann also nur eine Hauptdiagnose geben, diese muss von den Kodiererinnen anhand der oben genannten Kriterien definiert werden.
ICD-10 Diagnose Kodes beginnen immer mit einem Buchstaben (G, K, S, usw.) dabei steht der Buchstabe für die Kategorie des Kodes
Kategorien:
A00-B99 Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten
C00-D48 Neubildungen
D50-D90 Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe sowie bestimmte Störungen mit Beteiligung des Immunsystems
E00-E90 Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten
Hier nur eine verkürzte Fassung um das System zu verdeutlichen, die gesamte Übersicht findest du hier. Nach dem Buchstaben folgt immer eine zweistellige Zahlenkombination 01-99.
Die Zahlenkombinationen stehen für die Unterkategorien in den einzelnen Bereichen.
Beispiel
Hauptkategorie:
E00-E90 Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten
Unterkategorien zwischen E00 bis E90:
E00-E07 Krankheiten der Schilddrüse
E10-E14 Diabetes mellitus
E15-E16 Sonstige Störungen der Blutglukose-Regulation und der inneren Sekretion des Pankreas
E20-E35 Krankheiten sonstiger endokriner Drüsen
E40-E46 Mangelernährung
Nach der oben genannten dreistelligen Kombination (Buchstabe + zwei Zahlen) folgt immer ein Punkt.
Nach dem Punkt wird die Diagnose spezifiziert, also gibt diese Zahl, die aus einer oder auch aus zwei Ziffern bestehen kann, den Schweregrad einer Krankheit an, oder ob die Krankheit akut oder chronisch ist.
Hier am Beispiel der Schilddrüsen Unterfunktion (Hypothyreose):
E03.0 Angeborene Hypothyreose mit diffuser Struma
E03.1 Angeborene Hypothyreose ohne Struma
E03.2 Hypothyreose durch Arzneimittel oder andere exogene Substanzen
E03.3 Postinfektiöse Hypothyreose
E03.4 Atrophie der Schilddrüse (erworben)
E03.5 Myxödemkoma
E03.8 Sonstige näher bezeichnete Hypothyreose
E03.9 Hypothyreose, nicht näher bezeichnet
Hierbei ist zu beachten, dass die Ziffern .8 & .9 am Ende, immer eine bestimmte Bedeutung haben. So steht die .8 meistens für «Sonstige näher bezeichnete Krankheitsbilder» kann also verwendet werden wenn die Ziffern .0 bis .7 nicht auf das beschriebene Krankheitsbild zutreffen.
Die .9 hingegen, steht meistens für ein «nicht näher bezeichnetes Krankheitsbild». Dies wäre zu verwenden, wenn in der Diagnoseliste der Patientin Beispielsweise nur «Hypothyreose» steht. Da keine genaueren Angaben zur Krankheit gemacht werden, würde man hier den E03.9 Kode verwenden.
Für die Kodierung im Jahr 2025 & 2026 kommt in der Schweiz die Version von 2024 zum Einsatz. Solltest du diesen Eintrag später lesen, achte auf die aktuellen Versionen, auf unserer Website codepilot.ch/ICD10-verzeichnis findest du immer die aktuellen Versionen zum Jahr.
Zum korrekten Auffinden der Kodes wird in der Kodierung wie folgt vorgegangen. Zuerst wird im Alphabetischen ICD-10 Verzeichnis die Diagnose gesucht. Das Verzeichnis findest du als PDF hier, alphabetisch sortiert. Dabei ist zu beachten, dass viele Diagnosen aus zwei oder mehr Komponenten bestehen. Zum Beispiel die akute Cholezystitis – hier wird nicht zuerst nach «akut» gesucht, sondern nach «Cholezystitis». Die Cholezystitis wird hier nun mit K81.9 (also unspezifisch angegeben). Darunter werden die einzelnen Zustände und Stadien angegeben. Hier verweist uns das Verzeichnis jetzt bei «akut» auf K81.0.
Nun geht es weiter mit dem zweiten Nachschlagewerk, dem Systematische Verzeichnis der ICD-10. Hier sind alle Kodes, alphabetisch sortiert. Eine PDF-Version findest du hier.
Du schlägst also das Kapitel «K» auf und blätterst/scrollst weiter bis zu K81.-. Nun findest du unter K81.0 die genaue Definition des Kodes sowie weitere Hinweise.
Gehen wir die Hinweise der Reihe nach durch.
Direkt unter der Überschrift K81.- finden wir ein «EXKL.:», dieses Exklusivum weist darauf hin, dass eine Cholezystitis mit einem Stein also mit Cholelithiasis nicht mit K81.- kodiert werden sollte, sondern mit K80.-. Trifft der Vorschlag zu, so sind Kodes aus der Kode-Gruppe K80.- zu verwenden.
Achtung: Das EXKL schliesst nicht generell aus, dass beide Kodes gleichzeitig verwendet werden dürfen, dies kann, unter bestimmten umständen durchaus der Fall sein!
Dem gegenüber steht das «INKL.:» also Inklusive. Dies bedeutet, dass bestimmte Manifestationen einer Krankheit mit dem Kode mit gemeint sind.
Unter dem Kode «K81.0 - Akute Cholezystitis» stehen untereinander weitere Aufzählungen an Krankheitsbildern die für diesen Kode ebenfalls in Frage kommen. Dabei ist die Aufzählung jedoch nicht abschliessend. Auch andere gewählte Bezeichnungen für dieses Krankheitsbild können für den Kode K81.0 stehen.
Wichtig zu wissen, es dürfen nur diejenigen Diagnosen kodiert werden, die eine Ärztin oder ein Arzt stellt und die einen Aufwand >0 gemacht haben. Dabei spielt es keine Rolle ob während eines Aufenthalts von drei Wochen eine Tablette gegen Bluthochdruck nur ein einziges Mal gegeben wurde. Der Aufwand ist hier grösser 0, daher wird die Hypertonie als Nebendiagnose kodiert.
Weiter geht es mit Abschnitt 2 - Eingabe in den Grouper
Quellen:
SwissDRG AG
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
CodePilot
- 14 Foren
- 37 Themen
- 38 Beiträge
- 0 Online
- 17 Mitglieder
Das Forum für medizinische Kodierung geht online am 01.03.2026
Unser Forum für medizinische Kodierung ist die zentrale Anlaufstelle für Fachpersonen, Spitäler und Kodierfachkräfte, die sich fundiert über ICD-10, CHOP, SwissDRG, TARPSY und ST-Reha austauschen möchten und deshalb eine strukturierte und verlässliche Plattform benötigen. Hier treffen Praxiswissen und Systemverständnis und aktuelle Entwicklungen zusammen und deshalb entsteht ein digitaler Raum, der Wissen bündelt und Diskussionen fördert und konkrete Lösungen sichtbar macht.
Im Fokus stehen Operationen, Diagnosen und Prozeduren und deshalb werden komplexe Kodierentscheidungen nachvollziehbar erklärt und anhand realer Beispiele diskutiert. Beiträge zu ICD-10 Diagnosen und CHOP Kodes ergänzen sich mit Inhalten zu SwissDRG, TARPSY und ST-Reha und deshalb entsteht ein ganzheitlicher Überblick über die relevanten Vergütungs- und Klassifikationssysteme der Schweiz. Einsteiger profitieren von klaren Leitfäden und erfahrene Kodierer profitieren von vertieften Analysen und Best Practices und deshalb wächst die Qualität der Diskussion kontinuierlich.
Das Forum verbindet medizinische Kodierung mit Praxisnähe und Aktualität und deshalb wird es zu einem strategischen Wissenshub für Institutionen und Einzelpersonen. Suchmaschinen erkennen die thematische Tiefe durch die wiederkehrenden Begriffe ICD-10, CHOP, SwissDRG, TARPSY, ST-Reha und Operationen und deshalb wird die Auffindbarkeit nachhaltig gestärkt. Unternehmen und Spitäler und Fachkräfte erhalten eine professionelle Informationsbasis und deshalb verbessern sich Transparenz und Effizienz und Entscheidungsqualität im gesamten Kodierprozess.
