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Abschnitt 4 - Die Behandlung

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Bauen wir unser Beispiel der K81.0 weiter aus. Es kommt während des stationären Aufenthalts zu einer operativen Entfernung der Gallenblase.

Der Op-Bericht, entspricht einer standardisierten laparoskopischen Cholezystektomie ohne weitere Vorkommnisse.

Für die Abbildung der Prozeduren gibt es in der Schweiz den CHOP-Katalog. Hier sind alle Behandlungen und Interventionen als Kodes aufgelistet.

Diese Kodekombinationen sind umfangreicher als die ICD-10 Diagnose Kodes. Erschwerend kommt hinzu, dass es seit dem Jahr 2026 kein alphabetisches Verzeichnis mehr für den CHOP-Katalog gibt. Kodiererinnen sehen sich also mit der Aufgabe konfrontiert, sich in dem Katalog mit seinen über 450 Seiten alleine zurecht zu finden.

Zum Glück hat Codepilot dafür eine eigenständige digitale Lösung entwickelt. Hier geht’s zu CodeFlow, einem System, dass die verschiedenen Bezeichnungen bündelt und eine verbesserte Übersicht schafft.

Der Standard Weg führt im CHOP-Katalog über die Kapitel zu den Überschriften und den Unterüberschriften, bis hin zum richtigen Kode. Aber der Reihe nach.

Hier gibt es den CHOP-Katalog (Version 2026) im PDF-Format. Im Katalog sind die Kodes ebenfalls in Organsegmente unterteil, hier ein Beispiel:

Massnahmen und Interventionen  nicht anderswo klassifizierbar (00) 

Operationen am Nervensystem (01–05) 

Operationen am endokrinen System (06–07) 

Operationen an den Augen (08–16) 

Operationen an den Ohren (18–20) 

Operationen an Nase, Mund und Pharynx (21–29) 

Operationen am respiratorischen System (30–34) 

Operationen am kardiovaskulären System (35–39)

Operationen am hämatopoetischen  und lymphatischen System (40–41) 

Operationen am Verdauungstrakt (42–54)

Usw.

Für unsere laparoskopische Cholezystektomie benötigen wir die Kodes aus dem Kapitel Verdauungstrakt 42-54.

Die einzelnen Kapitel der Kodegruppen 43-54 hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, daher Verweise ich gleich darauf, dass Operationen an der Gallenblase und am Gallengang unter 51.- kategorisiert sind. Danach beginnen folgende Unterkategorien:

51.0      Cholezystotomie und Cholezystostomie

51.1      Diagnostische Massnahmen an den Gallenwegen

51.2      Cholezystektomie

Usw. jede Unterkategorie ist mit einer zusammenfassenden Überschrift versehen.

Wir wählen die 51.2 Cholezystektomie aus, da die Gallenblase entfernt wird.

Nun wird es etwas anspruchsvoll, unter der Kategorie 51.2- gibt es die Kodes 51.21, 51.22.-, 51.23 und 51.24. Im CHOP-Katalog kann ein endständiger Kode (CHOP-Kodes die in den Grouper eingegeben werden) 3-,4- oder 6-stellig sein.

51.21 - Sonstige partielle Cholezystektomie (Endständig)

51.22.- - Cholezystekomie (nicht endständig) dadurch das es bei der offenen Cholezystektomie verschiedene Eingriffsmöglichkeiten gibt, ist diese Kode Gruppe weiter aufgegliedert. In 51.22.00, 51.22.10, 51.22.11, 51.22.12 und 51.22.99.

Wobei Kodes mit der Endung .00 meistens für «nicht näher bezeichnet» steht und so gut wie nie für eine detaillierte Kodierung qualifizieren.

Kodes der Endung .99 oder .19 sind meistens «sonstige» und kommen zur Anwendung wenn die übrigen Kodes dieser Kategorie nicht passen.

51.23 - Laparoskopische Cholezystektomie

51.24 - Partielle laparoskopische Cholezystektomie

Nach studieren der verschiedenen Möglichkeiten entscheiden wir uns für den Kode 51.23 - Laparoskopische Cholezystektomie, da dieser die  Operation genau beschreibt.

Aber Achtung, im CHOP gibt es, genau so wie im ICD-10 Verzeichnis, wichtige Hinweise.

Die Hinweise:

  • Der wichtigste Hinweis bezieht sich auf das «und» in manchen Kode-Beschreibungen. Dieses «und» bedeutet immer «und» / «oder». Bei Exzisionen und Destruktionen kommt dies besonders zur Geltung, da durch das und / oder Prinzip hier der Sinn des Kodes eine neue Bedeutung bekommt. Soll heissen, dass nur eine der zwei Massnahmen, oder eben beide (Exzision oder Destruktion) bei der Behandlung durchgeführt wurden.
  • Dem gegenüber steht das «sowie», in dieser Konstellation müssen immer beide Eigenschaften des Kodes erfüllt werden und beim Eingriff zum Einsatz gekommen sein.
  • EXKL. - Dies steht, wie auch im ICD-10 für Exklusive und weisst die Kodierverantwortlichen darauf hin, dass bestimmte Kodes unter anderen Kategorien zu finden sind. Ein EXKL schliesst nicht aus, dass beide Kodes gleichzeitig kodiert werden können. Dies ist der Fall bei einem «EXKL. – Kode weglassen»
  • INKL. - Steht im CHOP-Katalog für den Einbezug bestimmter Interventionen die mit diesem Kode abgebildet werden können.
  • Beachte – Enthält wichtige Hinweise zum Kode.
  • Kod. eb. – Das Kodiere ebenso verweist auf andere Kodes, die, wenn sie in der Intervention durchgeführt wurden, ebenfalls kodiert werden müssen.

 

Öffne nun wieder den Online Grouper, und füge unter «Diagnosen und Prozeduren» rechts die 51.23 ein. Das nächste Feld rechts davon ist die lateralität, also die Seitigkeit, die bei diesem Eingriff keine Rolle spielt und daher leer bleibt.

Im CHOP-Katalog verweist ein [L] am Ende des Kodes darauf, dass hier eine Seitigkeit angegeben werden muss.

Gib nun ganz rechts ein Datum der Behandlung ein, achte darauf, dass die Behandlung in dem Zeitraum der Aufnahme und Entlassung liegt. Drücke auf Gruppieren und der Grouper weisst die Fallpauschale H07C zu.

Jetzt wissen wir, dass mit der «07» eine operative DRG zugeteilt wurde da die Zahl unter 36 liegt.

Nehmen wir jetzt an, die laparoskopische Operation muss zu einer offenen konvertieren. In der Kodierung wird dann die komplette Operation als offen kodiert. Der laparoskopische Teil entfällt.

Lösche nun im Grouper die 51.23 und ersetze sie durch die 55.22.10 - Cholezystektomie ohne operative Revision der Gallengänge für eine offene Cholezystektomie.

Gruppiere den Fall erneut und du wirst sehen, dass der Grouper nun die DRG H07B zuteilt. H07B ist im Vergleich zu H07C höher bewertet, da der Eingriff komplexer ist und, zumindest statistisch gesehen zu einer anderen Fallschwere führt.

 

Weiter geht es mit Abschnitt 5 - Was hinter der DRG steht

 

Quelle:

SwissDRG AG

Bundesamt für Statistik

CodePilot


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