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Sonstige nicht operative Verfahren in der medizinischen Kodierung
Nicht operative Verfahren und Fallkodierung
Sonstige nicht operative Verfahren umfassen ein breites Spektrum diagnostischer, therapeutischer und interventioneller Leistungen, die ohne klassische offene Operation durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise Punktionen, Injektionen, Drainagen, Katheterverfahren, endoskopische Interventionen und bildgesteuerte Eingriffe. In der Schweizer medizinischen Kodierung werden diese Leistungen anhand der medizinischen Dokumentation mit den entsprechenden CHOP-Kodes erfasst und können damit für die SwissDRG-Fallklassifikation und Fallabrechnung relevant sein.
Punktionen und Drainagen
Zu den häufigen nicht operativen Verfahren gehören Punktion, Aspiration, Biopsie, Drainage und Katheterdrainage. Je nach Indikation können beispielsweise Gelenke, Abszesse, Pleura, Peritonealraum oder andere Körperhöhlen punktiert beziehungsweise drainiert werden. Zusätzlich kommen Feinnadelaspiration, Stanzbiopsie und bildgesteuerte Punktionen zum Einsatz. Für die CHOP-Kodierung sind dabei insbesondere Lokalisation, Methode und therapeutischer oder diagnostischer Zweck relevant.
Endoskopische und interventionelle Verfahren
Nicht operative Interventionen können zudem über natürliche Körperöffnungen oder Katheterzugänge erfolgen. Dazu gehören Gastroskopie, Koloskopie, Bronchoskopie, Zystoskopie, ERCP und Ureteroskopie. Während dieser Verfahren können beispielsweise Polypektomie, Fremdkörperentfernung, Konkrementextraktion, Dilatation, Stentimplantation oder Blutstillung durchgeführt werden. Entsprechend sollte die Dokumentation nicht nur die Untersuchung, sondern auch jede tatsächlich durchgeführte therapeutische Intervention beschreiben.
Gefässinterventionen und Katheterverfahren
Auch interventionelle Gefässbehandlungen zählen zu den nicht operativen Verfahren. Dazu gehören beispielsweise Angiographie, Ballondilatation, PTCA, Stentimplantation, Thrombektomie, Embolisation und Katheterablation. Je nach Eingriff können unterschiedliche Zugangswege und Kathetertechniken verwendet werden. Deshalb sind Gefäss, behandelte Läsion, Intervention und verwendete Technik für eine präzise Prozedurenkodierung relevant.
Weitere therapeutische Verfahren
Zum Spektrum gehören ausserdem Elektrokardioversion, Ablation, Bestrahlung, Dialyse, Plasmapherese, Chemotherapie und bestimmte Infusionstherapien. Je nach Behandlung können zusätzlich Katheter, Implantate oder spezielle Applikationsverfahren eingesetzt werden. Dadurch entsteht eine Vielzahl medizinischer Leistungen, die bei der Fallkodierung berücksichtigt werden müssen, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.
CHOP und stationäre Fallabrechnung
Für eine korrekte medizinische Kodierung müssen nicht operative Leistungen eindeutig dokumentiert und von operativen Eingriffen abgegrenzt werden. Die zugrunde liegende Erkrankung wird über ICD-10 erfasst, während diagnostische und therapeutische Prozeduren mit CHOP abgebildet werden. Dadurch können Punktionen, Drainagen, Endoskopien, Katheterinterventionen und weitere Verfahren strukturiert für die SwissDRG-Fallklassifikation und stationäre Fallabrechnung im Schweizer Gesundheitswesen berücksichtigt werden.
